Jakob Tuggener

Porträt einer Frau, XXXX
Aus: Fabrik

Silbergelatine-Abzug, 59.5 x 44 cm
Sammlung Fotomuseum Winterthur, Schenkung Maria E. Tuggener im Gedenken an George Reinhart
Inv. Nr. 1997-009-004
© Nachlass Jakob Tuggener

Jakob Tuggener
1904 (Zürich, CH) - 1988 (Zürich, CH)

In Jakob Tuggeners Œuvre, das der sozialen Dokumentarfotografie zugeordnet wird, steht der Mensch und die im 19. und 20. Jahrhundert aufstrebende Maschinenwelt stark im Vordergrund. Der Mensch stellt sich dem technischen Fortschritt angstvoll und zugleich bewundernd gegenüber. Wird ihn die neue Technik verdrängen oder bei der körperlich harten Arbeit unterstützen? – Dies scheinen die oft düsteren S/W-Bilder auszudrücken. Die Basis für das hohe Ansehen, das Tuggener heute als Fotograf geniesst, ist sein 1943 publiziertes Buch Fabrik: ein für diese Zeit einzigartiger fotografischer Essay über die Beziehung des Menschen zur bedrohlich, aber auch fortschrittlich empfundenen Maschinenwelt. Die Gesichter der Arbeiter sind ernst und mit tief gegerbten Falten versehrt. Im Hintergrund steht das Fabrikgebäude mächtig im Wolkendunst. Dieses „Bildepos der Technik“, wie Tuggener sein Buch selbst nannte, ist als wichtiger Meilenstein in die Geschichte der fotografischen Buchgestaltung eingegangen.