Vito Acconci

Vito Acconci
1940 (New York, US) – 2017 (New York, US)

In zahlreichen Performances und Videoarbeiten gestaltete Vito Acconci in den späten 1960er Jahren einen Dialog zwischen Kamera und Körper. Objekt und Subjekt zugleich bildete die Positionierung seiner Person im Raum den Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung. Die frühen Performances erforschten den Grenzbereich zwischen öffentlichem und privatem Raum sowie die Beziehung zwischen Künstler und Publikum. Seit den späten 1970er Jahren beschäftigt sich Acconci mit installativen Arbeiten im öffentlichen Raum.

Die frühen Arbeiten des amerikanischen Konzept- und Performancekünstlers Vito Acconci drehen sich um zwischenmenschliche Interaktionen im Spannungsfeld von Blick und Begehren. So soll der Künstler in seiner kontroversen Performance Seedbed 1972 in der Sonnabend Gallery in New York versteckt unter einer installierten Rampe liegend masturbiert haben, wobei er die Zuschauer_innen, die sich über ihm bewegten, in seine live über Lautsprecher übermittelten sexuellen Fantasien direkt miteinbezog. Diesem verschrobenen Voyeurismus ging sein Werk Following Piecevoraus, für welches Acconci im Zeitraum vom 3. bis 25. Oktober 1969 zufällig Bewohner_innen von New Yorker manchmal während Stunden quer durch die Stadtviertel verfolgte und erst dort Halt machte, wo sie sich in ihre privaten Räume zurückzogen – selbstverständlich ohne sich je als „Follower" bemerkbar zu machen. Die Fotocollage, so unspektakulär sie auch scheint, verwandelt Spuren individueller Verhaltensweisen in öffentlich einsehbare Dokumente, wobei die Kamera die Verfolgten ungefragt zu Teilnehmenden einer künstlerischen Performance macht.