Kommende Ausstellung

Eva & Franco Mattes – Dear Imaginary Audience,

23.01.–23.05.2021

Seit Mitte der 1990er Jahre widmen sich Eva & Franco Mattes (beide *1976, leben und arbeiten in New York) politischen und ethischen Fragen unseres alltäglichen Lebens, das sich zunehmend online abspielt. Ihre Kunstwerke umspannen eine mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Entwicklung vernetzter und bildschirmbasierter Praktiken. An dieser lässt sich nicht zuletzt ein tiefgreifender Wandel der fotografischen Kultur im Zeitalter der globalen digitalen Netzwerke nachvollziehen. Unsichtbare Infrastrukturen, undurchsichtige Mechanismen und moralisch fragwürdige Verhaltensformen, welche die Zirkulation von Bildern im Netz sowie unser bildbasiertes Online-Verhalten bestimmen, werden vom Duo mit einer guten Prise schwarzen Humors offengelegt und in Frage gestellt. Ihre schonungslose Auseinandersetzung offenbart eine Veränderung unserer Sehgewohnheiten sowie daran geknüpfte Formen des Interagierens, Beobachtens und Handelns. So werden die Betrachter_innen letztlich nicht bloss als Teilnehmer_innen, sondern als Katalysator unserer visuellen Online-Kultur entlarvt. Das Fotomuseum Winterthur präsentiert die erste museale Einzelausstellung von Eva & Franco Mattes, inklusive einer neu in Auftrag gegebenen Arbeit, die Teil der Sammlung werden wird.

Screenshot aus Emily's Video, 2012 © Eva & Franco Mattes

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How to Win at Photography

05.06.–10.10.2021

Die Drittel-Regel befolgen, den entscheidenden Moment einfangen, die Belichtungszeit beherrschen, gegen die Kamera spielen, alle Normen und Konventionen brechen, die Apparatur hinterfragen, das Spiel gewinnen.

How To Win At Photography erkundet die Beziehungen zwischen der Fotografie und Computerspielen. Die Ausstellung lädt Besucher_innen dazu ein, den fotografischen Akt als Spiel und den/die Fotograf_in als Gamer_in zu verstehen. Erforscht wird zudem das Spiel mit dem Bild, indem unerwartete Verbindungen zwischen der Geschichte der Fotografie und den spielerischen Strategien des Screenshottings in Computerspielen aufgezeigt werden.

Eine vielschichtige Assemblage von Kunstwerken und vernakularen Bildern geht der Frage nach, was es bedeutet, Fotografie als spielerisches Unterfangen zu verstehen. How To Win At Photography wirft in thematischen Kapiteln einen Blick auf die Werke von Künstler_innen und Fotograf_innen, die das Spiel mit dem Bild als künstlerische Strategie in ihre Arbeiten einfliessen lassen. Es werden Verbindungen hergestellt zwischen Dadaist_innen und In-Game-Fotograf_innen, der Fluxus-Bewegung und Screenshots von Gamer_innen, konzeptueller Fotografie der 1970er Jahre und auf Computer Generated Imagery spezialisierte zeitgenössischen Fotograf_innen.

Screenshot aus Practice for in-game photography / virtual photography, 2018 © Akihiko Taniguchi

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Claudia Andujar

23.10.2021–13.02.2022

Freitag, 22.10.2021, ab 18:00
Eröffnung und Apéro

Die in Sao Paulo lebende Fotografin Claudia Andujar (*1931, in Neuenburg, CH) widmet ihre Arbeit seit über vier Jahrzehnten der indigenen Gemeinschaft der Yanomami im Amazonas, im nördlichen Teil Brasiliens. Als sich der Lebensraum der Yanomami in den 1970er-Jahren akuten Bedrohungen von Aussen ausgesetzt sieht, wird die Fotografin zur Aktivistin und verschreibt fortan ihr Leben und ihre Arbeit dem Kampf um die Rechte der Yanomami. Die Ausstellung spiegelt die beiden untrennbaren Aspekte von Andujars Arbeit wider: den ästhetischen und den politischen. Ihr experimenteller Umgang mit verschiedenen Farbtechniken wie auch mit klassischer Schwarz-Weiss-Porträtfotografie unterscheidet sich dabei radikal vom dokumentarischen Stil ihrer Zeitgenoss_innen. Claudia Andujars Werk wird zum ersten Mal in einem Museum in der Schweiz gezeigt und ist als internationale Kooperation mit dem Moreira Salles Institute in Rio de Janeiro, der Fondation Cartier Paris und der Fundación MAPFRE Madrid angelegt.

Claudia Andujar, Yanomami in the construction work of the North Perimeter Highway, Roraima State, Brazil, 1975

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