Kommende Ausstellung

Eva & Franco Mattes – Dear Imaginary Audience,

23.01.–24.05.2021

Seit Mitte der 1990er Jahre widmen sich Eva & Franco Mattes (beide *1976, leben und arbeiten in New York) politischen und ethischen Fragen unseres alltäglichen Lebens, das sich zunehmend online abspielt. Ihre Kunstwerke umspannen eine mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Entwicklung vernetzter und bildschirmbasierter Praktiken. An dieser lässt sich nicht zuletzt ein tiefgreifender Wandel der fotografischen Kultur im Zeitalter der globalen digitalen Netzwerke nachvollziehen. Unsichtbare Infrastrukturen, undurchsichtige Mechanismen und moralisch fragwürdige Verhaltensformen, welche die Zirkulation von Bildern im Netz sowie unser bildbasiertes Online-Verhalten bestimmen, werden vom Duo mit einer guten Prise schwarzen Humors offengelegt und in Frage gestellt. Ihre schonungslose Auseinandersetzung offenbart eine Veränderung unserer Sehgewohnheiten sowie daran geknüpfte Formen des Interagierens, Beobachtens und Handelns. So werden die Betrachter_innen letztlich nicht bloss als Teilnehmer_innen, sondern als Katalysator unserer visuellen Online-Kultur entlarvt. Das Fotomuseum Winterthur präsentiert die erste museale Einzelausstellung von Eva & Franco Mattes, inklusive einer neu in Auftrag gegebenen Arbeit, die Teil der Sammlung werden wird.

Screenshot aus Emily's Video, 2012 © Eva & Franco Mattes

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Claudia Andujar

23.10.2021–13.02.2022

Freitag, 22.10.2021, ab 18:00
Eröffnung und Apéro

Die in Sao Paulo lebende Fotografin Claudia Andujar (*1931, in Neuenburg, CH) widmet ihre Arbeit seit über vier Jahrzehnten der indigenen Gemeinschaft der Yanomami im Amazonas, im nördlichen Teil Brasiliens. Als sich der Lebensraum der Yanomami in den 1970er-Jahren akuten Bedrohungen von Aussen ausgesetzt sieht, wird die Fotografin zur Aktivistin und verschreibt fortan ihr Leben und ihre Arbeit dem Kampf um die Rechte der Yanomami. Die Ausstellung spiegelt die beiden untrennbaren Aspekte von Andujars Arbeit wider: den ästhetischen und den politischen. Ihr experimenteller Umgang mit verschiedenen Farbtechniken wie auch mit klassischer Schwarz-Weiss-Porträtfotografie unterscheidet sich dabei radikal vom dokumentarischen Stil ihrer Zeitgenoss_innen. Claudia Andujars Werk wird zum ersten Mal in einem Museum in der Schweiz gezeigt und ist als internationale Kooperation mit dem Moreira Salles Institute in Rio de Janeiro, der Fondation Cartier Paris und der Fundación MAPFRE Madrid angelegt.

Claudia Andujar, Yanomami in the construction work of the North Perimeter Highway, Roraima State, Brazil, 1975

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